“Nehmt die militärischen Optionen vom Tisch, wir haben erlebt, dass sie nichts taugen.” hat Schröder auf einer Wahlkampfveranstaltung in Richtung George W. Bush gerufen. Wo er genau gesehen haben will, dass die nichts taugen, ist mir zwar ein Rätsel: Im Irak macht die Bildung einer demokratischen Regierung weiter Fortschritte und auf die Leistungen in Afghanistan und auf dem Balkan sind ja auch Schröder und Fischer (letzter betonte es neulich noch einmal auf einer Wahlkampfveranstaltung) angeblich sehr stolz.
Aber das Thema ist natürlich gut. Weil der amerikanische Präsident das einzig Mögliche gesagt hat, nämlich dass er für eine friedliche Lösung im Irankonflikt ist, aber als letzte Option natürlich einen Militäreinsatz nicht ausschließen kann, kann man nun die bewährte verlogene Friedensrethorik anwenden, mit der man schon 2002 zwar die Tatsachen verdreht hat, wer das zu bekämpfende Terrorregime sei – der Irak oder die USA – aber mit diesen antiamerikanischen Parolen die Wahl gewonnen hat.
Jetzt muss man sich gemeinsam mit Spiegel & Co. nur noch weitere vier Wochen darüber aufregen, dass Stoiber sich darüber wundert, warum die SED-Nachfolgepartei auf einmal wieder so erfolgreich im Gebiet der ehemaligen DDR sein kann. Über die unglaubliche Beleidigung der ostdeutschen Wähler kann man sich dann genüsslich ereifern, während man sich sicher ist, dass auch der Dümmste hier viel klüger sein muss, als der klügste Amerikaner, die haben ja den Bush gewählt, den alten Cowboy.
Tja, dann: Auf weitere vier Jahre rot-grün. Und auf den großen Vorteil, den wir gegenüber der DDR haben: Wir können auswandern!