Archive for September, 2005

o2 auf Kundenfang

Dienstag, September 27th, 2005

Kurze Unterbrechung meines Blog-Schweigegelübdes:

Ich halte eigentlich gar nichts von o2. Die Aversion gegen diesen Mobilfunkanbieter geht auf meine Studienzeit in München zurück: Damals hatte ich einen Genion-Vertrag abgeschlossen. Laut Computer war die Homezone an meiner Adresse verfügbar. Das stimmte aber nicht. Ich bat o2 also das zu ändern. Sie wollten es nur, wenn ich mich schriftlich bereiterklärte 40 Euro zu zahlen, falls kein technischer Fehler von ihnen gefunden würde. Das war und ist eine Umkehr der Beweislast: o2 hatte vertraglich zugesagt die Homezone an der Adresse zur Verfügung zu stellen. Meine Beschwerden dagegen wurden mit einer erstaunlich gelassenen Arroganz ignoriert. Damals hab ich mir geschworen, in Zukunft dem freundlichen Konkurrenzunternehmen e-plus die Treu zu halten.

Soviel zur Einleitung. Und nun wollte ich doch wieder rückfällig werden. Zu verlockend erschien das Angebot: Einen Genion-Card Tarif mit Flatrate in der Homezone – und die sollte auf 12 km² ausgeweitet sein. Steht auf der Homepage. Schon seit einigen Tagen.

Gestern begann ich also den Vertrag auszufüllen – und auf einmal war nur noch von 500m Umkreis der Homezone die Rede. Die freundliche Dame der Bestellhotline kannte das Problem: “Ja, da hat sich ein Tippfehler auf der Homepage eingeschlichen. Wir arbeiten schon daran.” Seit Tagen. Dieser verflixte Fehler, wenn sie den nur zu fassen kriegten. Vermutlich sitzt ein Heer von Technikern schon dran. Heute steht der Fehler aber noch immer da.

Das ist so blöd, das ist schon fast wieder komisch. Es bleibt dabei: Die Homezone wird im Umkreis von 500m garantiert (was auch nicht stimmt, s.o.). Der Rest ist Nepp. Eine billige Masche um Kunden zu fangen. Daher: Bürger auf die Barrikaden: Nie wieder o2! Und diesmal bleib ich dabei.

Your personal DJ

Samstag, September 24th, 2005

Ich werde mich jetzt noch stärker meiner Examensarbeit und dafür weniger dem Blog widmen. Das heißt bis Anfang Oktober mach ich hier erstmal Pause.

Falls es einigen deshalb langweilig wird, kann ich natürlich auf die hervorragenden Seiten verweisen, die von diesem Blog in der Sidebar verlinkt sind.

Außerdem kann ich pandora.com empfehlen, einen trainierbaren Computer-DJ. Man nennt ihm einen Titel oder Interpreten, dessen Musikstil man hören möchte.Pandora erstellt einem daraus ein werbe- und moderationsfreies Internetradio, das wirklich den Geschmack trifft. Falls pandora doch mal daneben liegt, teilt man das dem Computer mit, der entschuldigt sich und verspricht das Lied nie wieder zu spielen. Ich wurde durch Spiegel-Online auf pandora.com aufmerksam. Zitat:

Tatsache ist: Pandora funktioniert nicht nur, Pandora funktioniert hervorragend. Bei Eingabe von Coldplay bekomme ich zunächst “Turn” von Travis, danach “Words” von Daniel Harmann serviert. Pandora erklärt auf Wunsch, warum ein Lied ausgewählt wurde. Travis etwa wurde mir anempfohlen, weil “Sie nach allem, was Sie uns bisher gesagt haben, weiche rhythmische Synkopierung, gemischte akustische und elektronische Instrumente sowie akustische Rhythmusgitarre” mögen.

Die ersten zehn Stunden kann man kostenlos hören, sich dabei bis zu zehn “Radiosender” anlegen. Danach kostet Pandora 36 $ im Jahr.

Ich wünsche viel Spaß!

Adoptionsrecht

Freitag, September 23rd, 2005

Direkt vor der Wahl tagte das Forum “Kinder in Kirche und Gesellschaft” der Deutschen Evangelischen Allianz. Es ging dort auch um das Adoptionsrecht für homosexuelle Paare.

Viele der dort vorgetragenen Einwände gegen eine rechtliche Gleichstellung gleichgeschlechtlicher Paare in diesem Bereich sind wichtig. So verwies die Juristin Monika Hoffman auf US-Studien, die belegen, dass Jungen, die in lesbischen Haushalten aufgewachsen sind, mehr weibliches, Mädchen mehr männliches Verhalten zeigten; eine natürliche Entwicklung also nicht gegeben sei.

Dennoch sollte man nicht vorschnell urteilen. Daher habe ich hier nun eine Umfrage zum Thema “Adoption durch homosexuelle Paare” ins Netz gestellt. Mit dieser Umfrage passe ich mich auch dem allgemeinen Niveauverfall in Deutschland an.

Wert und Würde der Freiheit

Freitag, September 23rd, 2005

Die Dampfmaschine wurde schon in der Antike erfunden. Im Mittelalter ging das Wissen darum verloren. Dieser Rückfall in ein “finsteres Zeitalter” erscheint heute oft unverständlich: Die Errungenschaften in Kunst und Wissenschaft – wie konnte man sie einfach vergessen?

Dabei sieht es heute nicht anders aus. Schon Ludwig Erhard wusste, wie eine gesunde Marktwirtschaft funktioniert. Und 1954 hat er es auch allen erzählt. Nur wird das verdrängt. Daher hier noch mal seine Rede in Auszügen, nur zur Erinnerung: (weiterlesen…)

Credo heißt ich glaube

Donnerstag, September 22nd, 2005

Die evangelische Kirche versucht ja seit Jahren den Mitgliederrückgang mit einer Infantilisierung der Gottesdienste zu stoppen. Die Gemeinde wird dabei in vielen Predigten und Kirchenliedern behandelt, als habe sie mehrheitlich das geistige Niveau eines Dreijährigen noch nicht überschritten.

Hoffnung auf Besserung kommt nun aus den USA. Wie die kirchliche Nachrichtenagentur idea meldet, wächst dort die Gruppe derer, die die Verdummung durch einfache Anbetungslieder nicht mehr erträgt:

Immer mehr Intellektuelle wechseln zur katholischen Messe. Das berichtete der Generalsekretär des Baptistischen Weltbunds, Denton Lotz (Falls Church bei Washington), auf der Ratstagung der Europäischen Baptistischen Föderation, die bis Sonntag in Prag stattfindet. Lotz charakterisierte solche Gesänge als „7-11-Anbetung“: „Sieben Wörter werden elfmal wiederholt.“

Jetzt kann man hoffen, dass der Trend möglichst schnell aus den USA zu uns herüberschwappt.

Bis dahin gilt es die Ausnahmen hochzuhalten. Es gibt sie noch immer: Die herausragenden Prediger in der evangelischen Kirche. Und es gibt auch schöne moderne Kirchenlieder. Eines stammt von Prof. Dr. Klaus-Peter Hertzsch. Seit der Wahl ist es wieder von ungeahnter Aktualität. Und gewiss wäre die Wahl anders ausgegangen, wenn ein paar mehr Menschen sich das Lied vor der Wahl zu Herzen genommen hätten:

Vertraut den neuen Wegen,
auf die der Herr uns weist,
weil Leben heißt: sich regen,
weil Leben wandern heißt.
Seit leuchtend Gottes Bogen
am hohen Himmel stand,
sind Menschen ausgezogen
in das gelobte Land.

Vertraut den neuen Wegen
und wandert in die Zeit!
Gott will, dass ihr ein Segen
für seine Erde seid.
Der uns in frühen Zeiten
das Leben eingehaucht,
der wird uns dahin leiten,
wo er uns will und braucht.

Vertraut den neuen Wegen,
auf die uns Gott gesandt!
Er selbst kommt uns entgegen.
Die Zukunft ist sein Land.
Wer aufbricht, der kann hoffen
in Zeit und Ewigkeit.
Die Tore stehen offen.
Das Land ist hell und weit.

We need American troops

Donnerstag, September 22nd, 2005

Erst heute von mir bei Statler & Waldorf gefunden. Ich übernehme den Beitrag einfach mal komplett:

We need American troops.

Das sagt nicht das CDU-Präsidium, obwohl man es angesichts des Verhaltens unseres Noch-Kanzlers verstehen könnte, sondern Jalal Talabani, Präsident des Irak, im Wall Street Journal (danke an TPR für den Link). Hier sind einige Auszüge:

Without foreign intervention, the transition in Iraq would have been from Saddam’s bloodstained hands to his psychopathic offspring. Instead, thanks to American leadership, Iraqis have been given an opportunity of peaceful, participatory politics. Contrary to the new conventional wisdom, Iraq and the history of 20th-century Europe demonstrate that force of arms can implant democracy in the most arid soil.

The rapidity of the democratization and reform of Iraq is staggering. There was no German state for four years after the Second World War. By contrast, Iraq has moved from a centralized, one-man dictatorship to a decentralized, federal republic in half that time.

Inevitably, there have been stresses and strains. In Iraq these have been amplified by the terrorism of the remnants of the fascist Baathist dictatorship and our interfering neighbors. To contain these tensions, and to defend our young democracy, requires the support of American and other troops. Foreign forces are needed to train and equip the new Iraqi armed forces and to give Iraq its own counterterrorism capability. Only the United States and its closest allies are able to provide such assistance.

[…]

American forces are in Iraq at the invitation of the democratically elected government of Iraq, and with the backing of a United Nations Security Council resolution. Your soldiers are in my country because of your commitment to democracy. Moreover, during my visit to Washington, Mr. Bush reaffirmed the United States’ complete support for the Iraqi political process toward sustainable democracy, and for the fight to defeat fascist and jihadist terrorism in Iraq.

[…]

Americans should be proud of what its soldiers have achieved. The presence of foreign forces has prevented a renewed civil war in Iraq–renewed because there has already been a civil war in Iraq. For 35 years, Saddam and his Baath Party made war on the Iraqi people. The liberation of Iraq ended that civil war.

[…]

Without American forces, the vision of American leadership and the quiet fortitude of the American people, Iraqis would be almost alone in the world. With its allies, the United States has provided Iraqis with an unprecedented opportunity. Iraqis have responded by enthusiastically embracing democracy and volunteering to fight for their country. By giving us the tools, your troops help us to defend Iraqi democracy and to finish the job of uprooting Baathist fascism.

Was nicht passt, wird passend gemacht

Donnerstag, September 22nd, 2005

Die SPD will nun also die Geschäftsordnung ändern, damit CDU und CSU nicht mehr als eine Fraktion gelten können. Wie absurd das ist, kann man bei Statler & Waldorf gut nachlesen. Besonders unverständlich ist das Verhalten der SPD, da sie für die basisdemokratische Organisation der CDU und CSU ja eigentlich Sympathien aufbringen sollte: Die Union hat sich nach dem 2. Weltkrieg aus vielen kleinen lokalen Bünden entwickelt, die sich erst später unter eine Dach zusammenschlossen, daher eben auch der Name “Union”. Bayern – wie immer auf Unabhängigkeit bedacht – hat sich dabei bemüht Eigenständigkeit zu wahren. (Das gilt übrigens auch für das Grundgesetz, dass nicht von den Bayern unterzeichnet wurde, trotzdem ist da nie jemand auf höherer politischer Ebene auf die Idee gekommen, den Bayern die grundgesetzlichen Rechte abzusprechen.) Bis auf kleinere Ausrutscher unter Strauß war es bei der Union auch immer klar: Die CDU und CSU treten auf Bundesebene als eine gemeinsame Gruppe an, da sie sich keine Konkurrenz in den Ländern machen und ein gemeinsames Regierungsprogramm haben. Vermutlich denkt aber gar niemand mehr so weit an der Spitze der SPD. Da gehts ja um mehr. Da geht es um Macht. Anstand oder rationale Nachvollziehbarkeit sind da unerwünscht.

Die CDU hatte “Angie” von den Rolling Stones als Wahlkampfsong, die SPD hätte “Was nicht passt, wird passend gemacht” von Silbermond wählen sollen:

Ey wir könns nich mehr hörn
Wie ihr ständig sagt was euch an uns stört
Soll das alles sein fällt euch nichts mehr ein

Es gibst nichts auf dieser Welt dass uns aufhält
Wir werdn nich aufhörn bis es euch endlich auffällt
Ob es euch passt oder nich jetzt sind wir da
Was nicht passt wird passend gemacht

Von jetzt an übernehm wir das Kommando
Ihr werd uns nich mehr los das is ne Warnung
Wenn es sein muss halten wir die Welt an
Was nicht passt wird passend gemacht

Wir sind die Reinkarnation und euer Alptraum
Das is eure letzte Chance noch könnt ihr abhaun
Wir werden übers Wasser gehen und ihr könnt zuschaun
Was nicht passt wird passend gemacht.

Kloppe, oder was?

Donnerstag, September 22nd, 2005

Der selbsternannte GröKaZ Gerhard Schröder wird seit seinem eindeutigen Wahlsieg nicht nur verbal ausfällig, die B.Z. berichtet nun, dass Schröder bei einen Spiegel-Redakteur auch handgreiflich wurde:

In der von ARD und ZDF übertragenen “Elefantenrunde” griff Bundeskanzler Gerhard Schröder die Medien verbal an, am Abend ging er dann im Willy-Brandt-Haus auf einen Spiegel-Korrespondenten los. Das berichtete jetzt Feuilleton-Redakteur Michael Hanfeld (40) in der “Frankfurter Allgemeinen”.

Demnach stürmte Schröder, als er den “Spiegel”-Journalisten Matthias Geyer (42) an einer Wand lehnen sah, an seinen Sicherheitsbeamten vorbei, packte den Korrespondenten (schrieb das Buch “Operation Rot-Grün”) am Arm, schleuderte ihm entgegen: “Gerade Ihnen muß ich jetzt mal sagen, Ihre Zunft muß aufpassen.”

Dazu sagte Michael Hanfeld der B.Z.: “Kollege Geyer war überrascht und irritiert. Er fand die Äußerung und das handgreifliche Benehmen des Kanzlers völlig unangebracht. Das Ganze hatte keinerlei humoristische Note. [...]“

Das passt ja zum Niveau!

Selbstgerechter Abgang

Donnerstag, September 22nd, 2005

Fischer hat ja nun angekündigt zu gehen, falls er und seine Partei sowieso nichts mehr zu sagen hätten. Das finden einige schon wieder unheimlich mutig von ihm, so wie sie auch schon seine Wende zum Realpolitiker total mutig fanden. Schon 2001 hat Konrad Adam darüber einen Leitartikel in der Welt verfasst. Damals war Fischer wegen seiner gewalttätigen Vergangenheit unter Druck geraten und auch viele Kirchenvertreter bemühten die Bibel um Fischer zu rechtfertigen: Er sei vom Saulus zum Paulus geworden. Konrad Adam benennt den entscheidenen Unterschied:

Dass sich sein langer Lauf, der ihn an die Spitze des Auswärtigen Amtes geführt hat, für ihn gelohnt hat, ist schon recht; dass andere dafür herhalten oder sogar bluten mussten, aber nicht. Das nämlich meint das deutsche Sprichwort gerade nicht. Wenn es von Schäden spricht, aus denen einer klug wird, meint es die eigenen Schäden.Fischer hat es anders gehalten, [...]. Weil das so war und immer noch so ist, passt das Evangelium, das die Kosten, die Opfer und die Schäden von einem selbst verlangt, auf jemanden wie ihn durchaus nicht. Joschka Fischer ist kein reuiger Sünder, sondern einer von den 99 Gerechten: von 99 Selbstgerechten.

Siehe dazu auch: Politically Incorrect.

Werbefreies surfen

Donnerstag, September 22nd, 2005

Völlig unpolitisch, aber unbedingt eine Meldung wert:

Opera – the fastest browser on Earth – nervt auch in der kostenlosen Variante ab sofort nicht mehr mit lästigen Werbeeinblendungen, sondern ist ohne Einschränkung für alle Anwender auf der Homepage opera.com herunterladbar – natürlich auch in Deutsch.

Als Zweitbrowser ist Opera unbedingt eine Überlegung wert: Er glänzt mit unzähligen leicht bedienbaren Optionen, die bei Firefox und dem IE nur schwer zugänglich oder gar nicht zu haben sind. Leider stellt Opera nicht alle Seiten immer ganz korrekt dar.

Nur 2,4 % meiner Besucher nutzen zur Zeit Opera, aber noch fast 10 % scheinen sich mit Netscape herum zu ärgern – dafür gibt es jetzt gar keinen Grund mehr!