Archive for Oktober, 2005

Sein Kampf

Mittwoch, Oktober 26th, 2005

Der iranische Präsident fordert die Ausradierung Israels von der Landkarte:

“‘Jeder, der Israel anerkennt, wird im Zornesfeuer der islamischen Nation verbrennen”, sagte der Präsident. Eine Anerkennung des jüdischen Staates bedeute, dass man die Aufgabe und Niederlage der islamischen Welt hinnehme. Ahmadinedschad zitierte den iranischen Revolutionsführer Ayatollah Ruhollah Khomeini. “Wie der Imam sagte, muss Israel von der Landkarte getilgt werden”, lauteten dessen Worte.”

Und was geschieht? Die Welt hüstelt. Frankreich bittet den Botschafter zum Gespräch um diese Rede zu erklären, der Sprecher des deutschen Auswärtigen Amtes stellt fest:

“Sollten diese Äußerungen tatsächlich gefallen sein, sind sie völlig inakzeptabel und auf das Schärfste zu verurteilen.”

Das mag von der Wortwahl angebracht sein, wenn Müntefering von Heuschrecken spricht, es kann auch auf das Schärfste verurteilt werden, wenn das Wirtschaftsministerium in Harz IV-Empfängern Parsiten erkennt – aber ein Staatspräsident spricht davon, dass er einen anderen Staat ausradieren möchte – und das ist dann alles?

Vielleicht entschuldigt man es ja mit einer Krankheit, dem Islamisten-Tourette-Syndrom, wie Statler es nannte:

Aber auch verrückte Mörder bringen Menschen um.

Und mal wieder stellt sich die Frage, ob die sogenannten friedliebenden Deutschen, nicht in Wirklichkeit besser als amerikafeindliche und antisemitische Deutsche zu bezeichnen sind. Man stelle sich nur den Aufschrei vor, hätte ein Regierungsmitglied Israels oder Amerikas auch nur die Berechtigung der iranischen Regierung angezweifelt und Waffengewalt nicht ausgeschlossen, wenn man eine Bedrohung von ihr ausgehen sehen würde (was beim sich offensichtlich aufrüstenden Iran ja nun nicht völlig absurd erscheinen könnte).

Aber sie haben es nicht gesagt, sondern der Präsident eines unterdrückten Staates, der nur so aggressiv ist, weil der Westen ihn zwanghaft mit seiner Idee von Menschenwürde missionieren will. Das muss man dann schon anders einordnen.

Überraschend ist es immer wieder: Es erscheint heute schwer verständlich, warum vor knapp 70 Jahren so viele auf Hitler reinfielen. In “Mein Kampf” waren doch seine Ziele schon erklärt. – “Wie der Imam sagte, muss Israel von der Landkarte getilgt werden” – die Ziele sind auch diesmal bekannt.