
Yahoo machts schon, MSN auch. Und nun auch Google: Für den chinesischen Markt werden die Suchergergebnisse nur gefiltert präsentiert. Man findet weder zu Tienanmen noch zu Amnesty International noch zu Demokratie etwas.
Hier zeigt sich eine Grenze dessen, was Marktwirtschaft leisten kann. In freiheitlichen Gesellschaften ist auch Moral ein Wirtschaftsfaktor: Ein schlechtes Image kann eine Firma ruinieren. Aber was passiert, wenn ein solches gewinnorientiertes Unternehmen in einer Diktatur aggiert? Moral ist dann nur noch eine Behinderung auf dem Weg zu einem gewaltigen Markt. Yahoo hatte das zugegeben. Das macht es nicht besser, ist aber sicherlich weniger peinlich als Googles Versuch, die Einschränkung der Suchergebnisse als Kompromiss für den chinesischen Surfer zu verkaufen:
In China verlas ein Google-Sprecher – dramatisch darauf hinweisend, dass er zum Schutze der eigenen Person und der knapp 50 chinesischen Google-Angestellten anonym bleiben müsse und so oder so nur ein schriftliches Statement verlese – eine Erklärung, die den Schritt zum “Mitmachen” als Dienst am chinesischen Surfer deutet.
“Während die Entfernung von Suchergebnissen nicht mit den Zielen von Google zu vereinbaren ist”, hieß es da, “verträgt es sich noch weniger mit unserem Auftrag, keine Informationen zur Verfügung zu stellen (oder eine so stark eingeschränkte Nutzungsmöglichkeit, dass dies auf die Nicht-Zurverfügstellung von Informationen hinausläuft). Google.cn wird den Internetnutzern in China bedeutende Vorteile bieten.”
(Quelle: Spiegel Online; die Grafik hab ich bei Michelle Malkin gefunden.)
Siehe dazu auch “Google zensiert in China” im Blog von Stefan Jahn.

