Archive for Februar, 2006

Wir sehen uns in 5 Minuten wieder…

Dienstag, Februar 21st, 2006

… bleiben Sie dran, wir sind gleich wieder da.

Es wird hier wieder ein wenig ruhiger im Blog, ich befasse mich intensiver mit dem Abschluss meines Studiums.

Bis das vorbei ist empfehle ich wärmstens alle Links in meinem Blogroll, ganz besonders (es sind keine Geheimtipps, ich weiß)

Gegenstimme und
Statler & Waldorf.

Wer lieber offline liest, sollte sich (jetzt kommen eher Geheimtipps)

Novo,
eigentümlich frei
oder auch
Vers1

einmal anschauen.

Unterwürfige Freiheit II

Donnerstag, Februar 16th, 2006

Auch Mariam Lau schreibt in der Welt:

Auch wenn unsere hiesigen Freunde der Dritten Welt es nicht wahrhaben wollen: Für immer mehr Moslems ist längst Standard, was westlicher Selbsthaß gern als Kulturimperialismus verkaufen möchte, individuelle Freiheit, persönliche Integrität, politische Legitimation.

Unterwürfige Freiheit

Donnerstag, Februar 16th, 2006

Geschichte wiederholt sich, wie Maxeiner und Miersch in der Welt zeigen:

Es waren einmal zwei Weltteile. In dem einen herrschten Fanatiker und Despoten. Sie pflegten einen Kult der Gewalt, unterdrückten jeglichen Ungehorsam und hetzten schon Kinder gegen Fremde und vermeintliche Feinde auf. Den anderen Teil der Welt verachteten sie als dekadent, ohne tiefe Überzeugung und dem Untergang geweiht. Die Machthaber verfügten strikte Bilderverbote. So durfte der bärtige Prophet, der ihr Reich einst mit Feuer und Schwert gegründet hatte, niemals gezeigt werde. Nach und nach wurde das Abbilden von immer mehr Menschen und immer mehr Ereignissen zensiert. Auch viele Bücher und Lieder waren verboten. Sogar einzelne unliebsame Wörter gerieten auf den Index der Herrschenden und ihrer eifernden Demagogen. Jeder, der sie in den Mund nahm, begab sich in höchste Gefahr. Das Reich ist untergegangen. Es währte nicht einmal ein Dreivierteljahrhundert.

Na, schon erkannt, um welches Reich es geht?

Alles wird besser…

Montag, Februar 13th, 2006

… doch nie wieder gut: Ich dachte, dass Tom Buhrow einen gewaltigen Fortschritt gegenüber Ulrich Wickert darstellt. Ich nehms zurück. Der Junge ist genauso blöd:

Nervt Sie der Antiamerikanismus der Deutschen?

Nein. Ich persönlich unterscheide aber zwischen Regierung und Volk. Um es extrem zu verdeutlichen: Wenn uns Fremde gleich auf Hitler ansprechen und in Mithaftung nehmen, finden wir das doch auch nicht richtig. Für mich gilt zunächst die Unschuldsvermutung. Ein Amerikaner ist erst mal kein Mini-Bush, sondern einfach ein Amerikaner.

Bei so passend gewählten Vergleichen kann man sich ja auf die künftigen Tagesthemen freuen.

Quelle: Tagesspiegel

Die närrischen Tage

Sonntag, Februar 12th, 2006

Die aktuellen Schlagzeilen bei Spiegel-Online:

Hamas droht Israel mit Vernichtung
Imam preist Londoner U-Bahn-Attentäter
Ministerpräsident Rasmussen: “Wir Dänen fühlen uns wie im falschen Film”

Währenddessen fordert Platzeck, Abstand von evtl. Militärschlägen gegen den Iran zu nehmen: “Militärische Optionen gehören vom Tisch.”

Hubertus Heil kritisiert Merkel, die im Zusammenhang mit dem iranischen Nuklearprogramm daran erinnert hat, dass die Gefahr durch die Nazis in den dreißiger Jahren vom Westen auch unterschätzt wurde: Er lasse sich „nicht auf eine Diskussion ein, die Krieg als erstes und einziges Mittel denkt”.

Und Gerhard Schröder nennt die Veröffentlichung der Mohammed-Karikaturen in europäischen Medien einen großen Fehler: Den Muslimen müsse größeres Verständnis entgegengebracht werden.

So reden Narren. Kein Wunder: Ihre Dachverbände, die Narrenzünfte, haben sie darum gebeten:

Für Düsseldorf stellte Peter König, Präsident des Comitees Düsseldorfer Carneval, fest, dass man sich hüte, “fremde Religionen auf die Schippe zu nehmen”. Nicht ausgeschlossen hat er aber, dass die christlichen Kirchen Ziel des Spotts werden könnten [...].

Wann ist endlich Aschermittwoch? Ich halt es nicht mehr aus!

Dazu: Imam Abdullah Schröder meldet sich

Quellen: FAZ, Netzeitung, wdr, swr

Danke!

Samstag, Februar 11th, 2006

In der aktuellen Stunde im Bundestag forderten alle über Parteigrenzen hinweg, mehr Gelassenheit in die Diskussion über die Mohammed Karikaturen zu bringen. Das find ich ja auch, daher noch mal ganz gelassen ein paar Anmerkungen, die mir wichtig sind:

Im Bundestag lobte man die Muslime in Deutschland, für ihr friedliches Verhalten. Das hat mich gefreut

Bedauert habe ich, dass so viele Gruppen vergessen wurden, bei denen ich mich auch schon lange einmal bedanken wollte: (weiterlesen…)

So schmeckt die Freiheit…

Freitag, Februar 10th, 2006

Rode

…und damit herzlichen Glückwunsch zum bestandenen Examen!

Die neue Gelassenheit

Donnerstag, Februar 9th, 2006

Harald Schmidt im Interview mit der taz:

Wie finden Sie den neuen Papst?

Durch den neuen bin ich dazu gekommen, theologische Bücher zu lesen. Weil es mich fasziniert, wie er durch Gelassenheit die Luft aus den schärfsten Diskussionen lässt. Das ist Fügung: es ist der richtige Papst zur richtigen Zeit. Es gibt ein Bedürfnis in der Bevölkerung nach Halleluja. Nach irgendeiner höheren Macht, die sagt, “Werdet leicht wie die Spatzen”

Werte, auf die man sich verlassen kann.

Vermutlich auch.

Was sind Ihre Werte?

Ich hab’s nicht so mit Werten. Wenn man es schaffen würde, sich an die Zehn Gebote zu halten, liefe es ja sicher nicht schlecht. [...]

In einem Interview mit der GQ bat der Interviewer einmal Harald Schmidt, ihm als Atheisten zu erklären, warum er beim Thema Kirche und Glaube so ernst werde. Während seines Zivildienstes habe er schon ganz andere angebliche Atheisten auf dem Sterbebett nach dem Priester schreien hören, war Schmidts Antwort.

Wie drückt Adorno diese Hoffnung aus: “Die Wahrheit ist nicht zu scheiden von dem Wahn, dass aus den Figuren des Scheins einmal doch, scheinlos, die Rettung hervortrete.”

Kann man es schöner sagen?

Der schmale Grat

Mittwoch, Februar 8th, 2006

Noch mal Adorno: “Aufgabe von Kunst heute ist es, Chaos in die Ordnung zu bringen.”

Unter diesem Gesichtspunkt – und nur unter diesem – kann man den Mohammed-Karikaturen künstlerischen Anspruch unterstellen.

Im Ernst: Bei Statler & Waldorf fand ich den Link zum Beitrag “Ich glaube gar nichts mehr” bei Spreeblick. Er trifft es wohl sehr gut: Je länger dieser Konflikt andauert, desto schwerer fällt es zu unterscheiden, was man noch glauben soll und was nicht:

Muss man schlechte Karikaturen für die Pressefreiheit verteidigen? Muss man sich nicht sehr deutlich von denen distanzieren, die die Gelegenheit nutzen, um alles, was Menschen heilig sein kann, als Verkniffenheit zu diffamieren? Oder redet man dann schon wieder den Islamisten zu, gegen deren Gewalt und Unkultur man sich doch wenden möchte? Dazu kommt: Selten hab ich eine so unangenehme Vermischung von Rechtsradikalen und Islamisten in den Kommentaren von Blogs gefunden, die sich mal verbünden in antisemitischen und antiamerikanischen Äußerungen, mal anfeinden, wenn der angebliche Kampf der Kulturen beginnt.

Was sagt Adorno dazu? (weiterlesen…)

Verdummung

Mittwoch, Februar 8th, 2006

Ganz ohne aktuellen Anlass ein heute gelesenes Adorno Zitat:

“Anzunehmen, dass das Denken vom Verfall der Emotionen durch anwachsende Objektivität profitiere oder auch nur indifferent dagegen bleibe, ist selber Ausdruck des Verdummungsprozesses.”

Eben.