Franz Josef Wagner und Henryk M. Broder haben eines gemeinsam: Ihren meist virtuos geschriebenen Artikeln stimmt man entweder begeistert zu oder man regt sich auf, wie der Autor auf so wenig Zeilen so weit daneben liegen kann.
Freu ich mich meist über Broders Beiträge und wunder mich über Wagners Kolumne, so liegts bei der aktuellen Patriotismusdebatte anders:
Gekonnt beschreibt Broder die Beklemmung, die er bei deutschem Patriotismus bekommt und kann dabei auch Franz Josef Wagner als Zeugen der Gegenposition zitieren, der in seiner Bild-Kolumne das Buch “Wir Deutschen” von Matthias Matussek lobt.
Um dieses Buch geht es. Rechtzeitig zur WM legt der Spiegel-Kulturchef in ihm dar, warum er Patriot ist.
Ich habe es nicht gelesen und vielleicht hat Broder Recht, dass sich nichts Neues darin mehr findet, denn die Patriotismusdebatte ist ein echter Evergreen der deutschen Politik.
Aber, was Broder einwendet, zeigt, dass die alten Argumente doch immer wieder aufgezählt werden können. Denn Patriotismus ist nicht “die letzte Zuflucht, an die sich der Strauchdieb klammert” (Bob Dylan), sondern “Reformen und Patriotismus sind für mich zwei Seiten einer Medaille.” (Angela Merkel) (weiterlesen…)