Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, aber mich überzeugt Daniel Craig nicht. Er ist ein Junge. Er ist natürlich kein Macho, klar, das geht ja nicht. Er will Gentleman sein, weiß aber nicht, wie das geht. Nein, das ist kein Bond. Dieser Mann ist eine Zumutung.
Archive for November, 2006
Der ist kein Bond!
Mittwoch, November 22nd, 2006Und sie bewegt sich doch!
Mittwoch, November 22nd, 2006So schnell hätte ich es nicht erwartet: In einer internen Studie des Vatikans wird dem Papst empfohlen, Kondome in “Sonderfällen”, z.B. in der Ehe, wenn einer der Partner AIDS hat, zu erlauben.
Auch wenn der Vatikan verständlicher Weise nicht von einem Wendepunkt sprechen will: Die alternativlose Gegenüberstellung von Enthaltsamkeit oder Sex zur Fortpflanzung ist aufgegeben. Damit rückt die Kirche von ihrer naturrechtlichen Argumentation ab. Ein Meilenstein.
Schuldenfrei und Spaß dabei
Montag, November 20th, 2006Politik lebt von Versprechungen. Nur so können Wahlen gewonnen weden. Gleichzeitig lähmt sich auch ein dringend reformbedürftiger Staat so selbst.
Wäre das Problem nicht gelöst, wenn ein Staat keine Schulden mehr machen dürfte, seine Ausgaben durch seine Einnahmen gedeckt sein müssten?
Jeder Bürger müsste sich überlegen, welche Investitionen es ihm wert erscheinen, dafür eine höhere Steuerbelastung zu ertragen; der Staat müsste sein Handeln auf das wirklich Wesentliche bündeln.
Herrschte dann überall Liebe und Friede und so?
Ein guter Arzt ist reine Glücksache
Mittwoch, November 15th, 2006Eine Privatpatientin geht wegen starker Schmerzen in Berlin zum Zahnarzt. Der erstellt ein Röntgenbild und erklärt ihr, es müssten wegen einer Entzündung im Kiefer zwei Zähne gezogen werden und er würde Implantate einsetzen. Zur „Sicherheit“ schickte er sie noch zum Kieferchirurgen, um eine Computer-Tomographie machen zu lassen. Allein dieses Bild kostete knapp 400 Euro. Die Patientin ging dann wieder zum Zahnarzt zurück, der ihr nun einen Kostenvoranschlag für die Behandlung in Höhe von knapp 1000 Euro nur allein fürs Zähneziehen aushändigte. 250 Euro sollte sie sofort anzahlen, „wegen der Materialkosten“.
Die Patientin ging dann zur Sicherheit in die Universitätsklinik Charité und nahm Röntgenbilder und das CT-Bild mit. Hier erklärt man ihr, dass das CT-Bild völlig überflüssig war und dass die Zähne nicht gezogen werden müssen, man könne sie behandeln, das sei nur ein kleiner Eingriff.
Ist das ein Einzelfall? Ich meine: Nein. Nach meiner Erhebung aufgrund ganz persönlicher leidvoller Erfahrungen mit den Göttern in Weiß haben nur 10 Prozent von Ihnen Ahnung vom Fach.
Schlachtfeld Autobahn
Sonntag, November 12th, 2006Auf unsern Highways ist die Hölle los. Wir sind das einzige Volk der Welt, das sich kein Tempo-Limit gibt. Sind wir wahnsinnig? Ja, ich meine schon.
A3, in der Nacht vom Sonnabend auf den Sonntag: Ein Audi will mit atsronomischer Geschwindigkeit einen normal fahrenden Golf überholen. Er schwenkt zu spät aus, rammt den Golf, der fliegt, überschlägt sich, fängt Feuer. “Eine Person kommt ums Leben”, meldet die Polizei.
Zufällig kenne ich diese Person. Sie war eine sehr hübsche junge Frau aus Frankfurt am Main. Sie war Pilotin der Lufthansa. Sie kam von einem Interkontinentalflug und wollte heim nach Wiesbaden. In ihrem Golf. Ihr Verlobter, ebenfalls Lufthansa-Kapitän, wollte am kommenden Abend landen. Sie wollten heiraten. Der Termin stand fest, die Gäste waren geladen, der Pfarrer bestellt.
Jetzt kann er zur Beerdigung kommen. Aus das Glück, zu Ende das Leben, weil irgendein beknackter Spießer, der wahrscheinlich gerade von einer langweiligen Party kam, sich mal so richtig austoben wollte auf der nächtlichen Autobahn. Alles ganz legal. Gas geben bis zum Tod.
Zwei Dinge auf dieser Welt habe ich nie verstanden: Warum darf in den USA jeder Idiot eine Maschinenpistole kaufen und mit sich führen? Und zweitens: Warum darf man auf unseren Autobahnen 250 fahren und dabei andere Menschen in tödliche Gefahr bringen?
Jedem Volk seinen Irrsinn. Ich werde das nie verstehen.
Wird Weihnachten abgeschafft?
Mittwoch, November 8th, 2006Die Weihnachtsartikel dieses Jahr überraschen mich: Im Schokoladen- und Marzipanbereich und auf Grußkarten steht meistens “Frohes Fest”. Ich sehe überall Renntiere, Pinguine, jede Menge Schnee und Eis, aber keine Engel und kein Christkind. Lindt hat kein einziges Produkt mehr mit “Frohe Weihnachten” beschriftet.
Und jetzt dies: Das Allgäuer Brauhaus hat ein “Winterfestbier” auf den Markt gebracht! Was bitte ist ein Winterfest? Haben Sie schon mal eins gefeiert? Ich nicht. Ich will es auch gar nicht feiern. Ein “Winterfest” gab es vielleicht in der DDR, in der man Engel “Jahresend-Flügelpuppen” nennen mußte.
Warum wird Weihnachten aber jetzt sprachlich neutralisiert und sozusagen schleichend aus dem Bewußtsein verbannt? Wer will hier das Christfest abschaffen?
Und täglich grüßt der Antiamerikanismus von Spiegel Online
Sonntag, November 5th, 2006Guten Morgen Spiegel Online! Heute schon gegen Amerika gefaucht? Ja tatsächlich, da sind wir wieder: Karl Rove, wichtigster Wahlkampfberater von Präsident Bush, “gilt als genial und gemein”. Das Wörtchen “gilt” ist hier ganz wichtig, weil es den Schreiber von der Pflicht entbindet, Beweise für die ehrabschneidende Behauptung zu liefern, Rove sei “gemein”.
Warum Rove “gemein” sein soll, wird in dem folgenden Beitrag nicht erörtert. Die Washington Post habe mal geschrieben, er sei “ohne ethische Grenzen”, heißt es da. Außerdem habe er die Demokraten in einem Wahlspot als heimliche Helfer Bin Ladens dargestellt. Als 19Jähriger soll er einen fremden Briefbogen geklaut haben. Anschließend wird noch beschrieben, wie Rove die Republikaner-Wähler in letzter Minute an die Urnen bringen will (wie dreist von ihm!).
Das muss man ja aber auch alles gar nicht lesen. Wichtig ist ja, dass wir am heutigen Sonntag morgen gleich erfahren, dass Bush auf einen Mann setzt, der “gemein” ist. Was muss das nur für einer sein, dieser Bush, denken wir dann mit leichtem Schaudern.
Verzeiht mir den Vergleich, aber das ist ja wie in der Aktuellen Kamera.
Liebe Spiegel-Online-Redakteure, seid ihr Amerika-Hasser?
Freitag, November 3rd, 2006Liebe Kollegen, ich kann mir nur vorstellen, dass es etwa so zugeht in eurer Redaktion: Morgens wird die Frage gestellt: Wer möchte heute gegen Amerika schreiben? Wer sich dann freiwillig meldet, soll ein irgendein Zerrbild der Verhältnisse dort drüben zeichnen. Nicht einfach nur Bush-Bashing (wie langweilig!), etwas raffinierter, wenn’s geht.
Bitte korrigiert mich, wenn ich falsch liege.
Wahr ist aber doch, dass Spiegel Online das einzige Magazin auf dem deutschen Markt ist, dass obligatorisch täglich mindestens eine Horror-Meldung aus den USA bringt, auch wenn sich über deren Nachrichtenwert durchaus streiten ließe. Zur Zeit ist demnach der Wahlkampf pervers und brutal. Bush tritt ohnehin entweder als gefährliche oder Witzfigur in Erscheinung.
Heute hattet ihr es schwer: Erst die schöne “Bush-Soldat“-Geschichte, die erzählt, wie ein Irak-Krieg-Befürworter (was für ein Idiot!), der für die Republikaner (das war ja klar!) kandidiert, in den Umfragen so abstürzte (endlich!), dass ihm die Sponsoren den Wahlkampfgeldhahn abdrehten (hihi, richtig so!).
Und dann die noch schönere US-Panne des Tages mit den Atombombenbauplänen im Internet. Die hat euch doch glatt die Republikaner-Schmäh-Story rausgekickt. Wie Schade! Was für ein Eigentor!
Aber mal im Ernst: Ich frage mich, warum ihr euch mit Schaum vor dem Mund so derart penetrant an den USA abarbeitet? Seid ihr Amerika-Hasser?
Halloween paßt zu Deutschland wie Karneval nach Amerika
Mittwoch, November 1st, 2006Vor zehn Jahren wusste kaum ein Deutscher, was Halloween bedeutet. Heute feiern wir das Gruselfest pünktlich und akribisch am 31. Oktober, als wenn es uns jemand verordnet hätte.
Ich weiß, ich bin ein Spielverderber, wenn ich nicht zur Halloween-Party komme. Die ist ja auch meistens ganz nett.
Ich weiß auch, dass ich ein schlechter Vater wäre, wenn ich meine Kinder am 31. Oktober nicht um die Häuser ziehen ließe. Sie sollen schließlich mit Horden anderer Kinder an fremden Türen klingeln und „Gib uns Süßes, sonst gibt’s Saures“ rufen. Wenn sie trotz dieser Drohung nichts Süßes bekommen, sollen sie harmlose Streiche spielen dürfen. So gibt es die alte irische Folklore vor, die ja auch in den USA seit langer Zeit als Tradition gepflegt wird.
In diesen Ländern gibt es allerdings ungeschriebene Halloween-Regeln. Gewalt ist da Tabu, denn wenn der Grusel in Ernst umschlägt, macht ja alles keinen Spaß mehr. Klar.
Bei uns ist das aber offensichtlich nicht klar. Die rohe Gewalt, die am Dienstagabend in Berlin von Halloween-Jugendlichen ausging, machte sogar unsere Polizei sprachlos, die bekanntlich einiges gewöhnt ist. Da griffen sich Jugendliche gegenseitig mit Messern und Soft-Air-Waffen aufeinander, um sich gegenseitig Süßigkeiten abzunehmen oder schlugen reiehenweise Senioren nieder, die ihnen in den Weg kamen. Einige schmierten auch Hakenkreuze.
Wie erklären wir die neue Berliner Halloween-Gewalt? Ich weiß es nicht. Vielleicht ist die Grusel-Feier ungesund für unsere Kinder.
Eine alte Weisheit sagt ja: Jedem Volk sein Fest.
Halloween wäre dann unseres nicht. Es würde so wenig zu Deutschland passen wie der Karneval nach Nordamerika.

