Archive for Dezember, 2006

Frisch herausgeputzt zum neuen Jahr

Samstag, Dezember 30th, 2006

Es kommt auf das Aussehen an!

Rechtzeitig zum neuen Jahr haben wir daher das Layout von Libertas Cara etwas aufgefrischt, Schrift und Fackel poliert und einen neuen Service hinzugefügt: Jeder Artikel lässt sich nun direkt an einen Freund oder eine Freundin per Mail versenden.

Im Firefox sieht das Ganze etwas besser aus als im Internet Explorer, ich hoffe, ich finde noch heraus, woran das liegt.

Wir freuen uns über Rückmeldungen und Verbesserungsvorschläge!

Update: Ich habe herausgefunden, woran es lag. Die Seiten sollten nun in allen Internet Explorer Versionen, in Firefox und in Opera richtig dargestellt werden.

Der dicke Hals des Bürgers

Donnerstag, Dezember 28th, 2006

Wenn Kurt Beck nun wieder fordert, die Reformen müssten den Bürgern zumutbar bleiben, kehrt er zu altem Gerede der Koalition auf Bundesebene zurück. Ich kann mich dazu aus den Anfagstagen der Großen Koalition selber zitieren:

Man stelle sich diese Argumentation mal bei einer Privatperson vor: Hoffnungslos verschuldet ginge ich zu meiner Bank und würde dieser erklären, dass ich weiterhin mein Geld verprassen wolle, da mich eine radikale Umstellung echt total überfordern würde und ich mir selbst das zur Zeit nicht vermitteln könne.

Der sozialdemokratische Arbeitsminister von Schleswig-Holstein, hat das Richtige erwidert, als er auf Becks Äußerungen reagierte: “Die Entdeckung der Langsamkeit haben wir schon gehabt. Die im Kolationsvertrag vereinbarten Vorhaben sollten nun vielmehr weniger zögerlich als bisher angepackt werden.” *

Was er anmahnt stimmt dabei auch:

“‘Die Menschen sind nicht der Reformen überdrüssig, sondern einer Politik, die zu Gesetzen führt, die sie nicht verstehen. [...] Niemand ist gegen eine Gesundheitsreform, aber jeder hat jetzt schon einen dicken Hals, wenn er sich vorstellt, wie diese Reform wohl aussieht.’ Es sei die handwerkliche Art und Weise der Umsetzung, die Reformen in schlechtem Licht erscheinen lasse.”

Siehe dazu auch: Bissige Liberale, antibürokratieteam und Oliver Luksic.

*Zitat aus den Kieler Nachrichten vom 28.12.2006.

Absurder Artenschutz

Donnerstag, Dezember 28th, 2006

Was haben der Weihnachtsmann und Eisbären gemeinsam?

Beide gehören einfach zur Werbung von Coca-Cola. Und Coca-Cola wiederum steht für den American Way Of Life wie kaum ein anderes Produkt. Die Werbeikonen zu schützen, ist also ein verständliches Interesse der US-Regierung. Beim Weihnachtsmann ist das nicht mehr möglich bzw. nötig, der echte Weihnachtmann ist schon lange tot.

Anders der Eisbär. Der lebt noch. Nach Ansicht des US-Innenministers Dirk Kempthorne bedroht aber die Klimaerwärmung die weißen Bären zunehmend: “Wir machen uns Sorgen, dass der Lebensraum der Eisbären buchstäblich wegschmilzt” sagte er in Washington. Daher will ihn die US-Regierung unter besonderen Schutz stellen.

Hört sich gut an. Ist aber offensichtlich in der Umsetzung total sinnlos:

Vertreter der US-Regierung deuteten jedoch an, dass ein Artenschutz für die Eisbären nicht dazu genutzt werden könne, strengere Auflagen für den Ausstoß von Treibhausgasen zu erzwingen.

Was soll das für ein Artenschutz sein? Wenn Hamburg untergeht, hilfts doch auch niemandem, den Michel unter Denkmalschutz zu stellen.

So kann man nur noch auf die Wirtschaft hoffen: Vielleicht hilft es, wenn Coca-Cola sich für einen sinnvollen Schutz des Eisbären einsetzt. Damit der zweite Werbeträger nicht wie der Weihnachtsmann endet.

Sinn für Humor

Donnerstag, Dezember 28th, 2006

Eine “Universität des liberalen Denkens“, das hört sich gut an. In Italien. Kann da ja auch nicht schaden. Wer sie gründet? Silvio Berlusconi. Der Mann hat Sinn für Humor!

Behaltet eure Geschenke und tauscht sie nicht um!

Donnerstag, Dezember 28th, 2006

Kaum ist das Fest der Liebe vorbei, sind sie schon wieder alle unterwegs in den Kaufhäusern, Einkaufscentren und Elektronik-Märkten. So war es heute, quer durch die Republik. Sie tauschen um wie verrückt. Das unwillkommene Geschenk loswerden, in ein anderes tauschen, in Bares umsetzen. Ich verstehe das nicht. Einem geschenkten Gaul schaut man doch nicht ins Maul!

Das Geschenk sagt: Ich liebe Dich oder ich habe an Dich gedacht, an Weihnachten, in diesem Jahr. Das Geschenk ist ein Zeichen der Zuneigung und nicht das Anrecht auf sofortige Erfüllung aller Wünsche.
Ein Geschenk wieder zurück zu bringen heißt eigentlich den Akt des Schenkens mißachten.

Deshalb: Behaltet, was ihr bekommen habt! Oder liege ich mit dieser Ansicht vollkommen falsch?

Freuet Euch Ihr Christen alle!

Sonntag, Dezember 24th, 2006

Freue sich wer immer kann!

Allen Leserinnen und Lesern von Libertas Cara ein frohes, gesegnetes Weihnachtsfest!

Ich wünsche Euch und Ihnen, dass etwas von der Freude der Weihnachtsbotschaft in das Jahr 2007 hinübergebracht werden kann!

Die falsche Weihnachtsbotschaft

Samstag, Dezember 23rd, 2006

Zu Weihnachten schaffen es auch die Bischöfe wieder in die Schlagzeilen. Sie fordern die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit und warnen vor der neuen Armut in Deutschland.

Beides ist nicht sehr gewagt und gewiss richtig. Doch die Botschaft der Kirchen zu Weihnachten sollte etwas mehr sein. Weihnachten ist nicht das Fest gegen materielle Armut. Und wenn alle mehr Geld haben, bringt das noch nicht den in der Weihnachtsgeschichte verheißenen Frieden auf die Erde.

Die Bischöfe sollten diesen Eindruck vermeiden und die Zwispältigkeit ihrer Aussagen erkennen: Man kann nicht regelmäßig anmahnen, dass Weihnachten zu einem reinen Konsumrausch verkomme – und gleichzeitig behaupten, dass Weihnachten nur mit Wohlstand gelingen könne.

"Und du, Bethlehem…

Samstag, Dezember 23rd, 2006

… im jüdischen Lande, bist keineswegs die kleinste unter den Städten in Juda. Denn aus dir wird kommen der Fürst, der mein Volk Israel weiden soll.” Wenn wir in den kommenden Tagen die beim Propheten Micha angekündigte Geburt Jesu in Bethlehem feiern, geht dort der triste Alltag weiter:

Nichts im öffentlichen Leben erinnert in Bethlehem an das Fest der Geburt Christi. Keine Advents- und Weihnachtslieder, kein Tannenbaum, keine Krippen, keine Weihnachtsmärkte, auch keine süßlichen Geschmacklosigkeiten wie in Europa. Lediglich rund um die Geburtskirche in Bethlehem fallen fliegende Händler wie Raben über die wenigen Pilger und Touristen her oder drängen ihre Dienste als Fremdenführer auf.

Aus der Stadt Bethlehem, die Mitte des 20.Jahrhunderts fünfmal mehr Christen als Muslime in ihren Mauern zählte, ist längst eine muslimisch-arabische Stadt geworden. Es waren vor allem die Schikanen und Gewalttätigkeiten der Muslime dort und in den letzten Jahrzehnten auch der Nahostkonflikt, die die Christen veranlassten, ihre Stadt zu verlassen. Keiner kennt heute ihren Anteil an der Bevölkerung genau, zumal auch keiner die Zahl der Einwohner Bethlehems weiß. Manche reden von 180000 Einwohnern, andere von nur 50000 Bewohnern. Kaiser Augustus ließ vor 2000 Jahren die Bewohner zählen, sonst wäre Jesus Christus in Nazareth geboren worden. Heute fühlt sich kein Palästinenser für eine Volkszählung zuständig.

Der ganze lesenswerte Artikel “Rettet Bethlehem!” vom Vorsitzenden der Deutsch-Israelischen Gesellschaft steht im Rheinischen Merkur.

Was ist mit unseren Frauen los?

Sonntag, Dezember 17th, 2006

“Und es waren Hirten in der selben Gegend auf dem Felde…” heißt es in der Weihnachtsgeschichte. Oder genauer: Hieß es bisher in der Weihnachtsgeschichte. Am Reformationstag wurde die Bibel in gerechter Sprache veröffentlicht. Sie ist ein großer Erfolg für den Verlag: Die Nachfrage übersteigt zur Zeit die gedruckte Auflage. In dieser Übersetzung heißt es: “In jener Gegend gab es auch Hirtinnen und Hirten…”

Historisch ist das unwahrscheinlich, sprachlich unschön – v.a. aber steht es in keinem der überlieferten Texte. Vielleicht waren ja auch drei der Hirten Schwarze und einer hatte ein verkümmertes Bein. Auszuschließen ist es nicht. So lange es aber keinen Grund gibt, das für historisch zwingend richtig zu halten, kann es auch überhaupt keinen Grund geben, dies in eine Bibelübersetzung aufzunehmen.

Bei den Hirten mag diese feministische Übersetzung noch Recht belanglos sein. Anders verhält es sich mit der Gottesbezeichnung: Dass Jesus von Gott als seinem “Vater” gesprochen hat, gilt als historisch sicher. In der neuen Bibelübersetzung wird hier wahlweise Adonaj, die Heilige, Ich-bin-da, oder auch die Macht eingesetzt. Und auch der “Engel des HErrn” darf nicht mehr zu den Hirten treten. Er ist jetzt der “Engel der Lebendigen”.

Warum?

Der Ausdruck ‘Herr’, kontert Bischöfin Wartenberg-Potter, sei eine Engführung auf einen männlichen Gott, der vielen Frauen den Zugang erschwert habe.

Kriegen Frauen wirklich die Transferleistung nicht hin, von ihren evtl. negativ besetzten Männerbildern auf Gott zu abstrahieren? Keine Theologin, kein Theologe behauptet, dass Gott ein Mann ist. Doch die von Jesus überlieferte Ansprache an Gott ist “Vater”. Im allgemeinen Sprachgebrauch wird zudem das männliche Genus noch immer verwendet, um geschlechterübergreifende Gruppen zu bezeichnen. Das weibliche Genus ist dagegen eine Festlegung auf eine weibliche Gruppe, bzw. Person.

Anders ausgedrückt: Damit Frauen den Zugang zur Bibel finden, muss Gott für sie wieder an ein Geschlecht gebunden werden. Ein gewaltiger religionsgeschichtlicher Rückschritt.

Sind unsere Frauen wirklich so einfältig?

Nur fast richtig, Herr Kardinal!

Montag, Dezember 11th, 2006

Kardinal Meisner hat sich gegen interreligiöse Schulfeiern ausgesprochen. Er hat Recht. Doch wie so oft, ist er zu radikal und schießt so über das Ziel hinaus.

Es ist richtig: Das Gottesbild der Muslime ist nicht das Gottesbild der Christen. Eine interreligiöse Feier, bei der die Religionen gemeinsam einladen, kann diese Differenzierung für Kinder unterscheidbar m.E. nicht leisten.

Anders als Meisner es schreibt, ist es Kindern aber durchaus zumutbar, bei Gebeten einer anderen Glaubensgemeinschaft schweigend zu zuhören – dies ist ja die Grundlage von gelebter Toleranz und interreligöser Begegnung. Daher ist es zu begrüßen, wenn z.B. katholische Kinder an einer muslimischen Schulfeier teilnehmen.

Dieser interreligiöse Austausch hilft nicht nur Vorbehalte gegenüber fremden Religionen und Kulturen abzubauen, es schützt auch die einladende Religionsgemeinschaft davor, sich selbst nicht mehr zu reflektieren und wehrt so fundamentalistischen Tendenzen.

Siehe dazu auch: Thomas Matterne