Wenn Kurt Beck nun wieder fordert, die Reformen müssten den Bürgern zumutbar bleiben, kehrt er zu altem Gerede der Koalition auf Bundesebene zurück. Ich kann mich dazu aus den Anfagstagen der Großen Koalition selber zitieren:
Man stelle sich diese Argumentation mal bei einer Privatperson vor: Hoffnungslos verschuldet ginge ich zu meiner Bank und würde dieser erklären, dass ich weiterhin mein Geld verprassen wolle, da mich eine radikale Umstellung echt total überfordern würde und ich mir selbst das zur Zeit nicht vermitteln könne.
Der sozialdemokratische Arbeitsminister von Schleswig-Holstein, hat das Richtige erwidert, als er auf Becks Äußerungen reagierte: “Die Entdeckung der Langsamkeit haben wir schon gehabt. Die im Kolationsvertrag vereinbarten Vorhaben sollten nun vielmehr weniger zögerlich als bisher angepackt werden.” *
Was er anmahnt stimmt dabei auch:
“‘Die Menschen sind nicht der Reformen überdrüssig, sondern einer Politik, die zu Gesetzen führt, die sie nicht verstehen. [...] Niemand ist gegen eine Gesundheitsreform, aber jeder hat jetzt schon einen dicken Hals, wenn er sich vorstellt, wie diese Reform wohl aussieht.’ Es sei die handwerkliche Art und Weise der Umsetzung, die Reformen in schlechtem Licht erscheinen lasse.”
Siehe dazu auch: Bissige Liberale, antibürokratieteam und Oliver Luksic.
*Zitat aus den Kieler Nachrichten vom 28.12.2006.


Müßig, zu erwähnen, dass “einschneidende Reformen” ja eigentlich das Fernziel haben sollten, dem Einzelnen wieder die Möglichkeit zu schaffen, für seinen Lebensunterhalt selbst aufzukommen oder den momentanen Lebensstandard zu verbessern. Durch eine Sanierung der Wirtschaft. Halte ich für zumutbar.