Die Evangelische Massentaufe von Cuxhaven wirft Fragen auf

Haben Sie das mitbekommen? Pastoren der Hannoverschen Landeskirche haben am Sonntag im niedersächsischen Hemmoor bei Cuxhaven 39 Kinder und zwei Erwachsene getauft. Und zwar in einem Badesee.

„Gottes Liebe ist tiefer als dieser See“, sagte Pastor Wilfried Behr in seiner Predigt. Das war eine unverzeihliche Platitude.

Die Taufe am See habe ein biblisches Vorbild, sagte der hannoversche Oberlandeskirchenrat Hans Christian Brandy. Das war noch banaler.

Mich stört die Begründung für diese seltsame Veanstaltung: Die Kirche hatte Familien angeschrieben, deren Kinder noch nicht getauft waren und sie an den Badesee geladen. Viele Menschen würden “die hohen Kosten für ein Tauffest scheuen” rechtfertigte Pastor Behr das Tauf-Happening, das, all inclusive, auch die kostenlose Teilnahme an einem Grillfest einschloss.

Ich meine, wer keine Interesse an einem Tauffest hat, der sollte sich auch nicht taufen lassen. Die Kirche muss nicht denen hinterher rennen, die nicht willens oder zu geizig sind, ihre eigene Taufe zu feiern.

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10 Kommentare zu “Die Evangelische Massentaufe von Cuxhaven wirft Fragen auf”

  1. Tobias sagt:

    Doch, das muss sie.

  2. Thomas sagt:

    Stimmt schon, muss sie, aber sie muss dann auch über so eine Happening hinaus am Ball – an den Leuten – bleiben.

    Aber mal abgesehen davon, warum sollte eine Tauffeier zu teuer sein? Eine Taufe wird doch nicht vollwertiger oder würdiger, wenn ich im Anschluss eine Party mit großen Gästen veranstalte.

  3. Tim sagt:

    Vor allem eines: getauft wurden die Kinder, nicht die Eltern!
    Der Geiz der Eltern kann vergehen, aber die Kinder bleiben getauft!
    Ob eine Taufe gefeiert wird oder nicht ist ja daneben auch nebensache.
    Ich denke so eine Aktion kann Menschen den ersten Schritt erleichtern, aber weitere (von beiden Seiten) müssen folgen!

  4. Afime sagt:

    Die Aktion finde ich gut. “Gottes Liebe ist tiefer als dieser See” ist aber tatsächlich unangenehm platt.

  5. Rinaa sagt:

    wie bitte? sie finden das gut???
    wo bleibt da der eigene entscheid fortan als sog. christ durch die welt zu gehen? tztzztztztz
    ein rückschritt sondergleichen – beraubung der persönlichen freiheit. ja genau, das haben unsere eltern mit uns auch so gemacht. dafür erhalten sie allerdings kein lob von mir.

  6. Afime sagt:

    Wieso Rückschritt? Den Zuspruch Gottes, verdient auch schon ein Baby! Ob wir dann später glauben oder nicht, liegt dabei nie in unserer Hand.

  7. Rinaa sagt:

    der zuspruch gottes ist jedem gewiss und absolut unabhängig von irgendeinem sakrament.
    mit der taufe bezeugen wir die kirchenzugehörigkeit und bestätigen dies später mit der konfirmation. indem unsere eltern für uns entscheiden welcher kirche wir anzugehören haben, berauben sie uns eines unseres wichtigsten lebensentscheids. von anbeginn an sind wir der freien wahl enthoben. verstossen eltern damit nicht sogar einem menschenrecht? – dem recht auf gedanken- gewissens- und religionsfreiheit?
    ich erachte es als enormen gewinn, wenn jugendliche und junge erwachsene sich mit fragen über den glauben differenziert auseinandersetzen und sich dann freiwillig zu einer kirchenzugehörigkeit entschliessen – und dies danach mit einem sakrament bestätigen.

  8. Tobias sagt:

    Die Jugendlichen können sich später doch immer noch entscheiden, und ihre Entscheidung durch Konfirmation, Firmung oder sonst was ausdrücken – das ist sogar gefordert! Darum hat man die entsprechenden Veranstaltungen auch erst im religionsmündigen Alter…

    Die Kindertaufe ist ein Ausdruck der Gnade Gottes, und es geht dabei nicht nur um den Säugling selbst. Mit der Taufe wird er in die Gemeinde und damit die weltweite Gemeinschaft der Christen aufgenommen. Dies beinhaltet auch eine Verantwortung der Mitchristen gegenüber dem Kind als Teil der Kirche und ist damit auch ein Zuspruch für die Eltern.

    Dass die Kirchenzugehörigkeit an der Taufe hängt ist unbestritten, aber trotz Taufe kann man nachher austreten, katholisch werden oder zum Islam konvertieren. Wo ist also das Problem? Die freie Wahl? Die hat man doch. Und wer sich als Erwachsener ärgert, dass er als Kind getauft wurde – warum? Wenn man später Atheist ist, dann ist die Taufe nicht mehr als ein paar Tropfen Wasser – wozu sich also aufregen.

    Ich habe noch nie gehört, dass ein Kind sich bei seinen Eltern beschwert hätte, dass es getauft wurde. Ich vermute sogar, dass das “Problem” der “erzwungenen Kirchenzugehörigkeit” immer von außen herangetragen wird, dass also die betroffenen Personen selbst als religionsmündige jugendliche und junge Erwachsene damit nicht wirklich ein Problem haben (außer bei Mitgliedschaft in wiedertaufenden freikirchlichen Gemeinschaften).

  9. Kramer sagt:

    Man kann doch eine Taufe auch ohne teures Tauffest begehen – letztlich hat die Kirche hier wieder ein Happening mehr angeboten, aber bei all dem stört mich immer, dass die eigentliche Sache so in den Hintergrund rückt. Kaum ein Gottesdienst ohne Unterhaltungseinlage, ein riesiges Freizeitangebot, das sich von dem der Arbeiterwohlfahrt nicht ein bißchen unterscheidet.
    Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass Eltern, die ihre Kinder taufen lassen wollen, das nicht tun, weil sie keine Tauffeier ausrichten wollen. Dann trinkt man eben eine Tasse Kaffee mit dem Paten und das war die Tauffeier.

  10. Jon sagt:

    Also ich hätte es cool gefunden, wenn der Herr Oberlandeskirchenrat mit seinem Namen getauft hätte. Dann wäre ich vielleicht auch dem Verein beigetreten :-) )

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