Archive for April, 2008

Der wohlerzogene Bürger

Samstag, April 26th, 2008

Eigentlich kann es mir doch vollkommen Banane sein, ob der Staat mich beim Zigarettenkauf beobachtet und die Pornos auf der Festplatte scannt – solange er sie mir nicht verbietet. Stimmt’s?

Dennoch hat sich von links bis recht, von liberal bis staatsgläubig eine solide Front gegen unseren Bundesinnenminister aufgestellt, die mit Bannern, Artikeln, Demos, T-Shirts usw. Front gegen die befürchtete Bespitzelung macht.

Während sich die Nation über Schäuble ereifert, wird das U-Boot in der CDU, Frau von der Leyen, vielleicht manchmal milde belächelt, meist aber als die Frau bewundert, “die endlich mal was bewegt”.

Dabei ist sie es, die die Freiheiten der Bürger durch Gängelungen immer weiter einzuschränken versucht. Als gute Übermami macht sie das natürlich langsam und schonend, sie will ihre dummen uneinsichtigen Bundesbürger ja nicht überfordern. Daher wurde die Zahlung des Elterngeldes in einer ersten Stufe auch schon dann voll ausgezahlt, wenn der Vater zwei Monate zu Hause blieb. Jetzt verrät Frau von der Leyen die zweite Stufe:

Das Elterngeld solle nur noch dann voll ausgezahlt werden, wenn die Väter länger als zwei Monate zu Hause bleiben, sagte die CDU-Politikerin dem Spiegel nach einem Vorabbericht vom Samstag. „In der nächsten Legislatur wird die Zeit reif sein, die Väterkomponente auszuweiten.“

Meine Vorschläge für weitere Stufen: Elterngeld nur noch an Nichtraucher, Elterngeld nur noch an Frühaufsteher, Elterngeld nur noch an Familien, die Campingurlaub machen… da geht einiges.

Es kann nicht sein…

Samstag, April 26th, 2008

was nicht sein darf. Wo kämen wir denn hin, wenn jetzt auch die Bayern unstete Gesellen werden?

Warum geifert Spiegel Online mindestens einmal täglich gegen die USA und Israel?

Freitag, April 25th, 2008

Spiegel Online wählt bei der Berichterstattung über die USA und Israel grundsätzlich nur negative Nachtichten aus. Die Texte geben sich dabei einen nachrichtlichen Anstrich, bestehen aber überwiegend aus heftiger Polemik.
Präsident Bush wird dabei meistens als korrupt und praktisch kriminell dargestellt, die Anti-Israel-Berichte mündeten neulich in der unappetitlichen Zeile: “Gaza ist Israels Tibet”.

Heute treibt die Geiferei ganz seltsame Blüten. Da “prangert” die UNO-Atomaufsicht “die USA und Israel” an. Dabei hatte sich Barradei lediglich beschwert, dass die CIA ihre Erkenntnisse über eine syrisch-nordkoreanische Atom-Zusammenarbeit nicht eher an die UNO weiter gegeben hatte. Diese Kooperation war Spiegel Online übrigens bisher keinen Aufreger wert.
Zweitens erregt sich die antiamerikanische Meute heute darüber, dass AP Fotos vom Award des US-Popmagazins “New Musical Express” nicht verbreiten will, weil der Award aus einem Stinkefinger besteht. Auch Konzertfotos der Rockband Mötley Crüe will AP offenbar wegen ihrer Obszönität nicht verbreiten. Spiegel Online fragt, ob sich AP vielleicht an einem Konzertbesucher stört, der auf einem der Konzertfotos das “Teufelszeichen zeigt (Zeige- und kleiner Finger ausgestreckt, Mittel und Ringfinger eingebogen)”. Obwohl das nur eine autosuggestive Spekulation ist, zeigt Spiegel Online dazu ungefragt und völlig zusammenhangslos ein Foto, auf dem Präsident Bush mit der gleichen Geste zu sehen ist. Dazu wird abschließend festgestellt: “Für Präsidenten scheinen andere Regeln zu gelten. Noch.”

Dabei wird doch das Konzertfoto von AP gar nicht wegen des “Teufelszeichen” nicht verbreitet, das hatte sich der Spiegel Online-Kollege einfach nur vorgestellt.
Alles dieses klingt zu irre, um wahr zu sein. Genau auf diesem Niveau bewegt sich aber eben die Berichterstattung auf Spiegel Online über die USA und Israel.

Schauen wir nicht nur auf Tibet, reden wir auch über Thailand…

Mittwoch, April 23rd, 2008

Diese Meldung von heute paßt schlecht zum ewig lächelnden, sonnigen Urlaubs-Paradies:

In Thailand muss sich ein Student wegen Majestätsbeleidigung vor Gericht verantworten, weil er in einem Kino nicht aufstand, als die Nationalhymne gespielt wurde. Der 27-Jährige war von einem anderen Kinogänger angezeigt worden, berichtete die ‘Bangkok Post’ am Mittwoch. Auf Majestätsbeleidigung stehen in Thailand 15 Jahre Haft. (dpa)

Möchten Sie in einem solchen Land wirklich Urlaub machen? Ich nicht.

Jetzt tanzen alle Puppen, macht auf der Bühne Licht!

Mittwoch, April 23rd, 2008

Und auf einmal versteht man: Die Show wurde abgesetzt, weil die Muppets sich weigerten das Bühnenlicht auszuschalten. Schauen Sie sich diese Energieverschwendung an:

In Erinnerung an die leuchtende Vergangenheit und für alle Rowlf-Fans hier 65 weitere Videos Die besondere Empfehlung: Rowlf spielt Theme from Love story.

Ein gar nicht so leichtes Schriftenspiel

Dienstag, April 15th, 2008

Ich habe 29 von 34 Punkten. Wieviel schaffen Sie?

Via fontblog.

So gefallen Sie mir, Frau Bundeskanzlerin!

Dienstag, April 15th, 2008

Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin Merkel,

Sie haben vor der Parlamentarischen Versammlung des Europarats in Straßburg gesagt, die Menschenwürde sei unteilbar. Ohne China namentlich zu erwähnen, fügten Sie hinzu: „Es gibt in Fragen der Menschenrechte keine inneren Angelegenheiten eines Landes.“ Und Sie haben angekündigt, den Dalai Lama noch einmal treffen zu wollen. So deutliche Worte gegen den Unrechtsstaat China hat bisher kein europäischer Staatschef gefunden.

Innenpolitisch haben Sie, Frau Merkel, meiner Meinung nach in Ihrer Amtszeit eigentlich nichts bewegt. Das ist sehr enttäuschend. Außenpolitisch aber sind Sie mutig und eine Vorkämpferin der Demokratie in der Welt. Dafür bin ich stolz auf Sie und ich weiß von vielen anderen, die es auch sind.

Die Mauke darf nicht sterben!

Dienstag, April 15th, 2008

Es liegt gewiss am Klimawandel: Einst quicklebendige Wörter, die sich im Munde von tausenden Deutschen tummelten, sterben aus. Die schnelllebige Zeit verwischt rasch jede Spur von Ihnen.

Eines dieser von mir so geschätzten Wörter ist “die Mauke”.

Ein Beispiel: “Ich habe mir eine kleine Mauke angelegt, daraus kann ich mich nun bedienen.” Unverständnis ist die Reaktion der Zuhörer auf diesen alltäglichen Akt.

Der unbekümmerte Zeitgenosse kommt zum Schluss, ich hinge offensichtlich einem Fetisch an und habe meine Socken seit Wochen nicht mehr gewechselt.

Der mir freundlich gesonnene Mitmensch wird sich vielleicht Bemühen, das Wort mit Google und Yahoo zu suchen. Die nahe liegende Idee danach: Ich hätte eine übelriechende Pferdekrankheit kultiviert. Der Blick in den Duden bestätigt diese Vermutung.

Wikipedia erweitert den Horizont: Möglicherweise habe ich einen Haufen Kartoffelbrei zubereitet, Wein-Schädlinge gezüchtet, oder ich stehe auf aufgekochte Schweinebauch-Suppe. Die gleichnamige Insel erscheint als Bedeutung im Beispielsatz unwahrscheinlich.

Nur die Gebildeten unter meinen Verächtern wird die Wortbedeutung so interessieren, dass sie das Grimmsche Wörterbuch zur Hand nehmen. Im Band 12 finden diese unter dem Stichwort “Mauke”:

4. versteck, obsthort der kinder ; am Rhein und Taunus die mauke und die maukel, versteck von obst und geld.; schwäb. die mauke, das maukennest, ort, worin kinder ihre näschereien verstecken.; schles. die mauke und maute, versteck von obst und geld.

Erleichtert, nicht verrückt zu sein (zumindest nicht erwiesenermaßen), stöbere ich weiter durchs Netz und finde noch diesen Treffer unter “Sprichwörter mit ‘Er’”:

Er hat eine gute Mauke”: Man bezeichnet damit in Schlesien einen geheimen Sparschatz von Geld wie andern Dingen. Sparsame Frauen bilden sich aus Milchdreiern eine Mauke. Zur Obstzeit sammeln sich Kinder Früchte, namentlich Birnen, heben sich dieselben an einem Orte, den nur sie kennen, auf, bis sie essbar oder teig sind, und es sucht gern eins von den Geschwistern des andern Mauke aufzufinden.

Und wieder ein Wort gerettet. Wenn doch alles so einfach wäre.

3, 2, 1: Geburtstag!

Montag, April 14th, 2008

Frisch herausgeputzt können wir feiern: Seit nunmehr drei Jahre, zwei Monaten und einem Tag bereichert dieses Blog die Welt.

Die täglichen Leserzahlen haben sich im Laufe der Zeit verzehnfacht, neue Autoren sind dazu gekommen, der Name des Blogs wurde geändert.

Geblieben ist die Mischung aus konservativen und liberalen Blicken auf die deutsche Politik, in die Welt – v.a. auf Israel und die USA, in die Theologie und – nicht zu vergessen – ein grandioses Unterhaltungsprogramm.

Geblieben ist auch die bloggende Nachbarschaft, die sich im Laufe der Jahre neu geordnet hat, fusionierte, trotzdem vielfältiger geworden ist und dadurch das eigene Blog, die Diskussionen und Themen bereichert.
Bevor es nun ans Geburtstagsfeiern geht, aus dieser Menge der Blogs noch der Linktipp, mit dem Libertas Cara am 13.02.2005 startete: Medienkritik Online.

Wir putzen uns heraus

Freitag, April 11th, 2008

Libertas Cara ist schön wie nie (Überarbeitetes Layout). Libertas Cara ist modern wie nie (Wordpress 2.5). Und Libertas Cara kann jetzt auch Slideshows.

Eine gute Gelegenheit, noch einmal auf die FREITAGS:KIRCHE hinzuweisen. In Lübeck wird sie mit diesen vier Postkarten beworben:

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