Wann ist Kritik eigentlich berechtigte Kritik? Wenn Sie von einem Vorgesetzten geäußert wird? Vermutlich nicht: Drittklassigkeit findet sich besonders gerne in Führungsebenen, Erstklassigkeit ist dagegen auch auf niedrigen Ebenen anzutreffen. Die Autorität allein kann es also nicht sein.
Auch empirische Werte dürften nicht ausschlaggebend sein: Die Masse irrt ja besonders gern.
Kritik erscheint also nur dann als berechtigt, wenn ich mit der kritisierenden Person schon vorher eine große Übereinstimmung der Wertvorstellungen, des Bildungsniveaus, des Humors usw. festgestellt habe, bzw. wenn mir der Fehler unmittelbar einleuchtet.
Heißt das nicht aber, dass jeder talentierte Mensch in Wirklichkeit vollkommen kritikresistent ist, da er nur schon vorher in ihm angelegte Vermutungen und Änderungen akzeptiert?
Kritik an dieser Fragestellung nehme ich natürlich sehr ernst und weise sie entschieden zurück.


