Archive for Mai, 2008

Einige Fragen zur Kritik

Samstag, Mai 24th, 2008

Wann ist Kritik eigentlich berechtigte Kritik? Wenn Sie von einem Vorgesetzten geäußert wird? Vermutlich nicht: Drittklassigkeit findet sich besonders gerne in Führungsebenen, Erstklassigkeit ist dagegen auch auf niedrigen Ebenen anzutreffen. Die Autorität allein kann es also nicht sein.

Auch empirische Werte dürften nicht ausschlaggebend sein: Die Masse irrt ja besonders gern.

Kritik erscheint also nur dann als berechtigt, wenn ich mit der kritisierenden Person schon vorher eine große Übereinstimmung der Wertvorstellungen, des Bildungsniveaus, des Humors usw. festgestellt habe, bzw. wenn mir der Fehler unmittelbar einleuchtet.

Heißt das nicht aber, dass jeder talentierte Mensch in Wirklichkeit vollkommen kritikresistent ist, da er nur schon vorher in ihm angelegte Vermutungen und Änderungen akzeptiert?

Kritik an dieser Fragestellung nehme ich natürlich sehr ernst und weise sie entschieden zurück.

Eine Frage an Gesine Schwan…

Mittwoch, Mai 21st, 2008

Warum sie Bundespräsidentin werden will, weiß ich schon. Warum sie aber jetzt auf einer Veranstaltung der Linkspartei auftrat, die auch noch in die Universität Viadrina eingeladen hatte, dorthin also, wo Frau Schwan eigentlich Gastgeberin ist, das weiß ich nicht.

Dass das Das, das mit s geschrieben wird…

Montag, Mai 19th, 2008

Während sich Typographen über die Einführung des Versaleszetts freuen, kämpft der Bürger noch mit dem Einsatz des kleinen Bruders:

Maps of War

Samstag, Mai 17th, 2008

Maps of War zeigt in 90 Sekunden die Ausbreitung der Demokratie auf der Welt, die Entwicklung der Religionen, die Kriege der USA und noch viel mehr. Unbedingt ansehen.

An alle Klima-Paniker: Bitte entspannen!

Freitag, Mai 2nd, 2008

Der Kieler Forscher Mojib Latif und seine Kollegen geben bekannt im Wissenschaftsmagazin “Nature” (Bd. 453, Seite 84-88): Der Klimawandel legt eine Pause ein, in den nächsten Jahren werden die Temperaturen stagnieren oder sogar fallen. “Das Klima bleibt in den nächsten 10 bis 15 Jahren gleich”, sagte Latif sogar. Das ist eine gute Nachricht. Jetzt können sich alle Klima-Paniker, die Kraftwerke stilllegen und Autos anhalten wollen, erstmal etwas entspannen.

In Berlin wurde die Kochstraße in Rudi-Dutschke-Straße umbenannt. Warum ich das nicht akzeptieren kann.

Donnerstag, Mai 1st, 2008

Gestern wurde die altehrwürdige Berliner Kochstraße in Rudi Dutschke Straße umbenannt. Rudi Dutschke (1940-1979) gilt vielen als erster Repräsentant der 68er-Reformbewegung. Das war er bei näherem Hinsehen aber gar nicht. Er war der Sprecher einer radikalen Strömung innerhalb dieser Reformbewegung. Als Wortführer des Sozialistischen Deutschen Studentenbundes (SDS) rief er permanent zu “Revolution” und Gewalt auf.

Längst offen liegende Quellen (Wolfgang Kraushaar, 2003) belegen zum Beispiel diesen Plan, den Dutschke am 25. Juni 1967 mit SDS-Kumpels entwickelte: In West-Berlin sollte ein “Stadtsowjet” als “Gegenparlament” gebildet werden, um “den Senat, sprich die politische Obrigkeit, aus den Angeln zu heben.” Nach der Macht übernahme des “Stadtsowjet” wollte Dutschke politische Gegner deportieren lassen. Dutschke (12. Juni 1967): “Wir erwarten, dass sie (die West mächte) einige Sondermaschinen für den Abtransport der funktionslosen Politiker und Bürokraten nach Bonn zur Verfügung stellen werden. Politische Gefangene haben in einer wahrhaft freien und solidarischen Gesellschaft keinen Sinn.”

Im Oktober 1968 drohte er den Gegnern seiner geplanten Revolution: “Die bewusst gewordenen Massen” würden schon dafür sorgen, “dass Konterrevolutionäre nicht wieder auf legale Weise die Revolution in Frage stellen können.” (Quelle: Spiegel 10/1968).

Der 68er-Philosoph Jürgen Habermas nannte Dutschkes Ideen “Linken Faschismus”. Es spricht sehr vieles dafür, dass Rudi Dutschke rein antidemokratisch und gefährlich totalitär dachte. Dass ihn vor 40 Jahren viele junge Studenten wegen seines Charismas verehrten, ist bedauerlich. Dass wir aber heute, 40 Jahre später, eine Straße nach ihm benennen, kann ich nicht akzeptieren.