Archive for Juni, 2008

Wer über gewisse Dinge den Verstand nicht verliert, der hat keinen zu verlieren

Freitag, Juni 27th, 2008

Es ist nicht nur der Mangel an Zeit, es ist auch eine Form der Politikverdrossenheit, die zur Zeit – zumindest bei mir – zu einer Reduzierung der Beiträge hier bei Libertas Cara führt.

Die Themen der Politik variieren zwar in der konkreten Ausprägung, doch schon lange nicht mehr im Thema: Ob die Bundesregierung mir nun das Essen von Süßigkeiten oder das Rauchen verbieten will, der gläserne Bürger durch den elektronischen Fingerabdruck oder eine Karte für alle Leistungsempfänger des Staates kommt, ob die Benzin- oder Gaspreise steigen, ob die Linken oder Kurt Beck sich blamieren: Es bleiben Variationen ausführlich diskutierter Themen.

Und so verharre ich in geduldigem Warten auf Neues und Originelles, empfehle die stets aktuellen und höhrenswerten “Lieder der Woche” und biete als Zeitvertreib eine Leseempfehlung, die in ihrer melancholischen Fundamentalität das Weltgeschehen gut beschreibt: (weiterlesen…)

Sollte Bundeskanzlerin Merkel den Spielern der Nationalelf eine SMS senden?

Donnerstag, Juni 19th, 2008

Die Bild-Zeitung berichtet, dass sie das gerne tut. Ihr letzter Auftritt auf der Tribüne während des Vorrunden-Spiels gegen Österreich läßt mich annehmen, dass Sie wirklich Handy-Grüsschen an die Spieler verschickt. Sie verhielt sich wie eine Mischung aus Mutter und Fan, fürsorglich, fröhlich, enthusiastisch. Wirklich nett war sie zu unseren Helden.
Dennoch stört mich dieses Verhalten, weil ich meine, dass sie nicht genug Distanz erkennen läßt. Sie ist Staatschefin des größten europäischen Landes, der drittstärksten Industrienation der Welt. Es gibt so etwas wie die Würde des Amtes. Die deutsche Bundeskanzlerin darf nicht den Eindruck erwecken, als würde sie ständig mit Sebastian Schweinsteiger herumalbern, der, mit Verlaub, ohnehin als Hallodri gilt. Ich möchte, dass sich die von mir gewählte Kanzlerin bitte auf der Tribüne sichtbar als Amtsträgerin verhält und nicht so, dass es so aussieht, als sei sie als Privatperson gekommen.

Der Pöbel, die da oben und die Zeitungen.

Dienstag, Juni 10th, 2008

Medien-Schelte zur Bush-Berichterstattung (in diesem Fall sein heutiger Besuch in Deutschland) ist ja schon fast langweilig. Deshalb nur ein Satz dazu: Der Artikel der Onlineausgabe der Süddeutschen strotzt nur so von überheblicher Arroganz, die in der Überschrift gebündelt wird: “Was soll der Quatsch”.

Nun soll die Überschrift – wenn auch nicht kenntlich gemacht – ein Zitat sein: Der gemeine Meseberger denkt so über den Bush-Besuch. Auch das mag durch die linke weltverbesserer Brille des Autors etwas einseitig zusammengefasst worden sein.

Es trifft aber die Haltung der Mehrheit der Deutschen und das regt mich zunehmend auf: Für jede pickelgesichtige Tennager-Band, die keine Tonleiter sauber singen kann, dürfen unter Jubel Straßen und Plätze gesperrt werden. Einmal im Hintergrund bei der Außenwette von “Wetten dass…?” in die Kamera zu grinsen, rettet dem Pöbel oft das restliche Jahr am Stammtisch.

Aber wenn der Präsident, der nach wie vor wichtigsten Wirtschafts- und Militärmacht unser kleines Land besucht, dann wird das nächste Holsten entrüstet geöffnet und der lokalen Presse mitgeteilt, dass man sehr verärgert sei, weil man auf dem Weg zum Kiosk heute an einem grimmig blickenden Polizeibeamten vorbeigekommen sei.

Das vergrätzt den gemeinen Deutschen dann natürlich so, dass er bei der nächsten Wahl “Die Linke” oder die NPD wählt. Und, so wird dann in der Süddeutschen und im Spiegel zu lesen sein, das ist kein Wunder, denn wer so mit dem kleinen Mann umgeht, der hat ja auch nichts anderes verdient als die Abwahl. Und deshalb sind dann alle ganz entsetzt, wie volksfremd die Politiker sind und wie volksnah sie selbst, also die Zeitungen, sind.

Die kleine beschauliche Welt ist dann wieder in Ordnung. Auch in Meseberg, dann ist der Präsident nämlich längst wieder abgereist. Aber die lokale Presse hat gehört, dass Tokio Hotel vielleicht in die Gegend kommt. Der gemeine Meseberger freut sich über so hohen Besuch.

Wie schön ist doch das Schwarz-Rot-Gold!

Montag, Juni 9th, 2008

Ganz objektiv betrachtet sind das drei Farben, die überhaupt nicht zusammen passen. Gut zusammen passen zum Beispiel Blau und Rot und Weiß oder Rot und Weiß. Überhaupt: schwarz in der Fahne, das ist unmöglich. In diesen Tagen aber liebe ich unser Schwarz-Rot-Gold. Es wogt als Meer auf unseren Straßen. Meine Güte, vor 20 Jahren wurdest Du noch als Asozialer oder Rechtsradikaler eingestuft, wenn Du die Nationalfarben gezeigt hast. Heute werden sie an jedem Auto gehisst. Das sagt mir: Wir Deutsche lieben uns wieder selbst und verachten unsere Republik nicht länger. Und das hat uns alles der Fußball gebracht. Wie wunderbar!

Libertas Cara deckt auf: Illuminaten beherrschen die Fußball-EM.

Freitag, Juni 6th, 2008

Glauben Sie an Zufall? Dann habe ich vier Fragen:

1. In welcher Kalenderwoche beginnt die EM 2008?
2. Wieviele Spieler gehören zum Kader einer EM-Mannschaft?
3. Wieviele Tage dauert die EM?
4. Wieviel Millimeter darf ein Grashalm bei der EM lang sein?

Genau: 23. Die Antwort ist immer 23.

Dass es die 13. Europameisterschaft ist und dass diese im Jahr 2008 ausgerichtet wird (13+2+0+0+8 … Sie sehen selbst?), ist da nur noch eine Ergänzung am Rande.

Glauben Sie noch immer an Zufall? Dann meinen Sie wohl auch, es wäre nicht klar, wer mit welchem Ergebnis Europameister wird.