Medien-Schelte zur Bush-Berichterstattung (in diesem Fall sein heutiger Besuch in Deutschland) ist ja schon fast langweilig. Deshalb nur ein Satz dazu: Der Artikel der Onlineausgabe der Süddeutschen strotzt nur so von überheblicher Arroganz, die in der Überschrift gebündelt wird: “Was soll der Quatsch”.
Nun soll die Überschrift – wenn auch nicht kenntlich gemacht – ein Zitat sein: Der gemeine Meseberger denkt so über den Bush-Besuch. Auch das mag durch die linke weltverbesserer Brille des Autors etwas einseitig zusammengefasst worden sein.
Es trifft aber die Haltung der Mehrheit der Deutschen und das regt mich zunehmend auf: Für jede pickelgesichtige Tennager-Band, die keine Tonleiter sauber singen kann, dürfen unter Jubel Straßen und Plätze gesperrt werden. Einmal im Hintergrund bei der Außenwette von “Wetten dass…?” in die Kamera zu grinsen, rettet dem Pöbel oft das restliche Jahr am Stammtisch.
Aber wenn der Präsident, der nach wie vor wichtigsten Wirtschafts- und Militärmacht unser kleines Land besucht, dann wird das nächste Holsten entrüstet geöffnet und der lokalen Presse mitgeteilt, dass man sehr verärgert sei, weil man auf dem Weg zum Kiosk heute an einem grimmig blickenden Polizeibeamten vorbeigekommen sei.
Das vergrätzt den gemeinen Deutschen dann natürlich so, dass er bei der nächsten Wahl “Die Linke” oder die NPD wählt. Und, so wird dann in der Süddeutschen und im Spiegel zu lesen sein, das ist kein Wunder, denn wer so mit dem kleinen Mann umgeht, der hat ja auch nichts anderes verdient als die Abwahl. Und deshalb sind dann alle ganz entsetzt, wie volksfremd die Politiker sind und wie volksnah sie selbst, also die Zeitungen, sind.
Die kleine beschauliche Welt ist dann wieder in Ordnung. Auch in Meseberg, dann ist der Präsident nämlich längst wieder abgereist. Aber die lokale Presse hat gehört, dass Tokio Hotel vielleicht in die Gegend kommt. Der gemeine Meseberger freut sich über so hohen Besuch.