Archive for August, 2008

Urlaubsbegegnung

Sonntag, August 31st, 2008

Ich komme mit dem Zug in meiner Geburtsstadt an, nutze die in der Bahncard enthaltene kostenlose Anschlussfahrt mit einem öffentlichen Bus. Auf einer vierer Sitzgruppe mache ich es mir bequem. Eine Station später steigt ein Mann mittleren Alters zu und setzt sich mir gegenüber. Der Bus fährt an.

Der Mann wendet sich an alle Fahrgäste: “Meine Damen und Herren, es ist Ihnen bekannt zu geben: Der Bus hat sich in Bewegung gesetzt. Möglich ist dies Dank des Kartoffelsalats.” Er deutet im Sitzen eine Verbeugung an, richtet dann seine Aufmerksamkeit auf mich: “Ich fick Dich. Ich fick Dich durch, wenn Du willst.” Nachdem er dieses Angebot ausgesprochen hat, schaut er freundlich und abwartend bis zur nächsten Haltestelle, richtet sich dann erneut an mich: ”Du könntest hier aussteigen und laufen. Dafür bist Du aber zu faul. Du fährst lieber weiter, so bist Du, nicht wahr?!” Ich fühle mich durchschaut.

Zwei Stationen später verlässt der Mann den Bus. Ich fahre weiter.

SOMMERPAUSE

Dienstag, August 12th, 2008

Bis zum 01. September 2008 geht Libertas Cara in die Sommerpause.

Wir wünschen allen Leserinnen und Lesern einen erholsamen und möglichst sonnigen August!

Vor 100 Jahren machten sich die Männer Sorgen: Erstmals durften Frauen in Preußen studieren. Ein unbekannter Autor faßte seine Sorgen in diesem Gedicht zusammen. Wie berechtigt waren sie?

Freitag, August 8th, 2008

Kaum zu glauben, aber erst vor 100 Jahren wurden Frauen an den Universitäten Preußens zugelassen. Zu den ersten, die sich im Wintersemster 1908/09 einschrieben, gehörte die berühmte bürgerliche Frauenrechtlerin Marie Elisabeth Lüders (1878-1966).

Ein unbekannter Autor faßte damals seine Sorgen um den Zugang der Frauen zur Bildung in diesem Gedicht zusammen. Wie aktuell sind sie?

O junge Mädchenherrlichkeit

O junge Mädchenherrlichkeit
Welch neue Schwulitäten!
Bezieht ihr alle weit und breit
Die Universitäten!
Vergebens spähe ich umher,
Ich finde keine Hausfrau mehr!

Die Nähmaschin’ bedeckt der Staub;
Es sank der Herd in Trümmer;
Der Kessel ward des Rostes Raub,
Verblichen ist sein Schimmer.
Die Wäsche gibt man aus dem Haus
Und beizt mit Chlor die Flecken aus.

Wo sind sie, die beim Kaffeekranz
Nicht wankten und nicht rückten,
Die ohn’ Latein bei Scherz und Tanz
Die Herr’n der Erd’ entzückten?
Jetzt komm’n sie ihnen ins Geheg
Und wandern früh in das Kolleg.

Dieses Olympia-China widert mich an

Donnerstag, August 7th, 2008

In Peking wurden 1,5 Millionen Menschen aus ihren Wohnungen vertrieben. Die Häuser, in denen sich ihre Wohnungen befanden, wuden für den Bau von olympischen Sportstätten abgerissen.

In China sind Frauen, die das zweite Kind erwarten, gesetzlich verpflichtet, dieses und jedes weitere Kind abzutreiben. Seit 2002 ist es möglich, ab einer Strafe von rund 300 Euro – dies entspricht viermal dem durchschnittlichen jährlichen Nettoverdienst in ärmlichen Gebieten Chinas – ein weiteres Kind großzuziehen.

In China werden hingerichteten und sogar lebenden Regimegegnern Organe entnommen und für die Transplantation weiterverkauft (Untersuchungsbericht kanadische Regierung, 2005).

In China werden immer noch christliche Pastoren von Hauskirchen zur „Umerziehung“ auf Polizeistationen gebracht und gefoltert oder unter Hausarrest gestellt. Es sitzen immer noch Christen wegen „illegaler Evangelisation“ in Gefängnissen. Eine Christin hat hierfür beispielsweise eine Strafe von 20 Jahren Arbeitslager erhalten.

In chinesischen Arbeitslagern sitzen schätzungsweise 5 Millionen Menschen ein, die Konsumgüter für die westlichen Märkte produzieren.

Egal: IOC-Präsident Jacques Rogge lobte in Peking das Athletendorf als “das beste der Olympia-Geschichte” und hob die “ausgezeichnete und fehlerlose” Organisation sowie die “hervorragenden Wettkampfstätten” in China hervor. Morgen werden die Spiele in diesen hervorragenden Wettkampfstätten beginnen und die Welt wird vermutlich Augen und Ohren vor dem schreienden Unrecht im kommunistischen Riesenreich verschließen.

Wer die Ansichten der Linkspartei übernimmt, der liegt im Trend

Dienstag, August 5th, 2008

Immer öfter stelle ich fest, dass bürgerliche Politiker und Vertreter aus Kultur und Wirtschaft, Parolen und Propaganda der Linkspartei übernehmen. So gab die Kandidatin der SPD für das Amt des Bundespräsidenten, Gesine Schwan, von sich, nicht mehr der Kommunismus sei eine Bedrohung für unsere Zukunft, sondern der Kapitalismus, wobei sie mach kommunistischer Methode nicht von der Markwirtschaft sprach, sondern den marxistischen Kampfbegriff für eben diese verwendete.
Jetzt hat Der Chefvolkswirt der Allianz-Gruppe, Michael Heise, dafür plädiert, vor dem Hintergrund eines sich abzeichnenden Wirtschaftsabschwungs “Steuersenkungen für Einkommensschwache” vorzunehmen. “Einkommensschwache” aber zahlen ohnehin kaum Einkommenssteuer. Sinnvoll im Sinne der Förderung einer stabilen Mittelschicht wäre es, die Steuern auch für Mittel- und Gutverdiener zu senken und überhaupt alle übrigen Steuern und Abgaben auch zu reduzieren. Solche Forderungen hören sich aber nicht so schön an, wie wenn man für die “armen Leute” das Wort ergreift. Wie gesagt, die Linkspartei macht es uns vor.