Drei Gründe für Obama:
1. Das Außenpolitische Argument: Ich bin mir sicher, dass Obama sich in seiner Außenpolitik nicht wesentlich von George W. Bush unterscheiden wird. Spannend wird es daher, wie das Ausland damit umgeht. Bush-Bashing funktioniert nicht mehr. Schafft Obama das weltweite Umdenken (schon damit wäre seine Wahl ein Gewinn!), oder wird der Antiamerikanismus nicht mehr unter dem Deckmantel “Wir mögen ja nur eine Person nicht.” versteckt und triff dann offen zu Tage?
2. Das persönliche Argument: Ich kann Sarah Palin nicht leiden. Vor wenigen Tagen sprach ich mit einer beruflich erfolgreichen Mutter. Sie war genervt: Warum könnten Frauen in Führungspositionen nicht einfach mal zugeben, dass es oft nicht einfach ist, Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen, dass es Spannungen gibt, das Kinder ihr Recht und ihre Zeit einfordern. Die Mutter hat Recht, Palin nicht: Zu behaupten sie sei Gouverneurin von Alaska und eine ganz normale Hockey-Mum in einem, ist verlogen. Aber wer will schon eine verlogene Vize-Präsidentin?
3. Das innenpolitische Argument: Obama strauchelte im Wahlkampf, als Hillary Clinton verbreitete, dass er das Waffengesetz verschärfen wollte. “Ich habe nicht die Absicht Ihnen die Waffen wegzunehmen.” verkündete Obama schnell – die Wahl schien in Gefahr. Wie schwierig es ist, diesen Irrsinn – das Recht auf eine Waffe – in den USA zu beseitigen, zeigt sich hieran gut. Mit Obama bleibt wenigstens die Chance auf den Wechsel.
Spricht etwas gegen Obama?
Die Wirtschaftspolitik? Wohl nicht aus us-amerikanischer Sicht, vielleicht aus europäischer.
Die Finanzpolitik? Ich erkenne da keinen Unterschied zu McCain.
Die Umweltpolitik? McCain und Obama setzen auf Atomkraft.
Das sind keine abschließenden Argumente. Und gewiss spricht viel auch gegen Obama. Aber ich glaube, wäre ich Amerikaner, würde ich ihn wählen.

