Ich freue mich auf Obama als 44. Präsidenten der USA. Die Lobhudelei der deutschen Presse ist mir aber peinlich

Fast acht Jahre lang ist die deutsche Öffentlichkeit den Amerikanern an die Kehle gesprungen. Präsident Bush wurde pausenlos diffamiert und kriminalisiert. Und jetzt plötzlich brechen wir in Tränen der Rührung aus, nur weil ein neuer Präsident gewählt wurde? dpa schrieb heute, Obama habe nach seiner Vereidigung eine mitreißende Rede gehalten. Das hat er nicht getan. Er hat einfach nur eine Rede gehalten, die war gut, aber nicht sehr besonders. Ich freue mich sehr auf den neuen Präsidenten, ich weiß aber, dass er nicht viel ändern kann, denn die Konflikte der Welt sind die selben geblieben, mit denen auch Bush hat fertig werden müssen. Wie gesagt, es ist mir peinlich, dass Obama ausgerechnet hier in Deutschland mit so viel vorauseilendem Lob bedacht wird, hier, wo man mit Amerika so lange so hart abgrechnet hat.

2 Kommentare zu “Ich freue mich auf Obama als 44. Präsidenten der USA. Die Lobhudelei der deutschen Presse ist mir aber peinlich”

  1. Niels sagt:

    “Präsident Bush wurde pausenlos diffamiert und kriminalisiert. “

    Ach Gott, der Arme. Ich halte es nicht kriminalisierend, wenn man einen Kriminellen einen Kriminellen nennt.

    Ich nenne nur Stichworte: Waterboarding; Entführungen, genauer das Verschwindenlassen von Personen, das sonst nur zum Methodenarsenal schmieriger Drittweltpotentaten gehört; extraterritoriale “Gefängnisse”; systematische Menschenrechtsverletzungen durch das rechtsgrundlagenlose Internieren von Menschen.

  2. Charles sagt:

    Da kann ich Niels nur zustimmen. Die Wortwahl ist völlig daneben: kriminalisieren und diffamieren – wo wurde Bush diffamiert? Er hat bei der ersten Wahl betrogen, hat völkerrechtswidrige Kriege begonnen und Folter befürwortet. “Diffamieren” würde bedeutet, ihm Dinge vorzuwerfen, die er nicht begangen hätte. Und “kriminalisieren” passt nun auch nicht, denn sowohl Wahlbetrug, als auch völkerrechtswidrige Kriege, als auch Folter gelten zumindest in zivilisierten Ländern als Verbrechen. Ein Krimineller wurde kriminell genannt. Und nur unbelehrbare Neoliberale können nicht, diesen Verbrecher immer noch zu preisen. Ganz absurd wirds nun, wenn derselbe Autor, der ständig von “Antiamerikanismus” fabulierte sich nun beschwert, dass dieser nicht vorhandene Amerikanismus nun offenbar wird, wo endlich der Verbrecher weg ist.

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